Wie können Elektroautos dazu beitragen, Stromnetze effizienter zu nutzen – ohne dass Kund:innen ihr Ladeverhalten manuell anpassen müssen? Das Pilotprojekt Grids & Benefits der UnternehmerTUM liefert praxisnahe Antworten: Dynamische Netzentgelte können ein wirksames Signal für netzdienliches Verhalten sein, wenn sie in der Praxis zuverlässig bereitgestellt und in automatisierte Optimierungslogiken integriert werden. The Mobility House Energy war als Aggregator beteiligt und hat die Netzentgeltsignale in konkrete, automatisierte Ladeentscheidungen übersetzt.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
- Zeitliche Verschiebung im Alltag möglich: In der Aggregator-Anwendung wurde bei rund 70% der Ladevorgänge (entspricht rund 20% der geladenen Energie) der Ladezeitpunkt gegenüber einem Referenzfall ohne Optimierung messbar in ein anderes Zeitfenster verschoben – typischerweise weg von teuren und engpassnahen Zeiten hin zu günstigeren und netzdienlichen Stunden.
- Kund:innen profitieren finanziell: Im Piloten ergab sich eine durchschnittliche Reduktion der Netto-Netzentgeltkosten von rund 2 ct/kWh, in der Spitze bis zu 10 ct/kWh – abhängig von Netzgebiet und Zeitpunkt. Für E-Autofahrende entspricht das bis zu rund 11,9 ct/kWh Ersparnis brutto pro geladener Kilowattstunde.
- Skalierung über Aggregator-Technologie: Der Pilot zeigt, dass der zentrale Hebel in der automatisierten Übersetzung von Netz- und Marktsignalen in Ladefahrplänen liegt – genau diese Aggregator-Technologie macht netzdienliches Laden skalierbar und bildet die Grundlage für den nächsten Schritt: Vehicle-to-Grid (V2G).
Warum flexible Steuerung jetzt entscheidend ist
Mit dem Hochlauf von E-Mobilität und Wärmepumpen steigt die Last im Verteilnetz – und damit das Risiko lokaler Engpässe. Flexibilität auf der Nachfrageseite wird damit zum zentralen Hebel: Wenn steuerbare Lasten wie EV-Laden automatisiert in Zeiten mit freier Netzkapazität und hoher EE-Einspeisung verschoben werden, sinkt der Druck auf Netze und Engpassmanagement. Das kann helfen, Netzinvestitionen langfristig effizienter zu machen und Kosten für das Gesamtsystem zu begrenzen.
Netzentgelte werden stärker zeitvariabel
Parallel entwickelt die Bundesnetzagentur im Rahmen des AgNes-Prozesses die Netzentgeltsystematik weiter. Dabei diskutiert die Bundesnetzagentur auch, für Haushaltskund:innen mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen eine zeitliche Komponente einzuführen: Je nach Netzgebiet könnten dann bestimmte Tageszeiten günstiger oder teurer bepreist werden, um flexible Verbräuche gezielt zu lenken.
Der Pilot zeigt: Entscheidend ist eine robuste digitale Prozesskette – damit aus einem Preissignal automatisierte Steuerung wird.
Praxis-Pilot mit echter Prozesskette
Zwischen März und Dezember 2025 entwickelte ein interdisziplinäres Konsortium
aus Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern, Energieversorgern, Aggregatoren,
OEMs sowie Wissenschaft und Beratung ein Konzept zur Berechnung dynamischer
Netzentgelte und erprobte dieses in einem Feldtest. Unter Leitung von
UnternehmerTUM waren u. a. beteiligt: Bayernwerk Netz, EWE NETZ, LEW
Verteilnetz, TransnetBW, BMW, MAINGAU Energie, Octopus Energy Germany, TenneT
sowie RWTH Aachen und weitere Partner.
Für die Pilotierung wurden
netzgebietsspezifische, viertelstundenscharfe Netzentgeltsignale
veröffentlicht und in Optimierungslogiken integriert.
Netzdienliches Laden ohne Komfortverlust: Technologie von The Mobility House Energy steuert automatisch nach Netz- und Marktsignalen
The Mobility House Energy übersetzte als Technologieanbieter Netzsignale der Netzbetreiber und Marktdaten in konkrete Steuerungsentscheidungen – und macht die Flexibilität vieler Fahrzeuge als gebündelten Pool nutzbar. Technische Randbedingungen (z. B. Abfahrtszeiten, Ziel-SoC, Leistungsgrenzen) werden automatisch berücksichtigt. So entsteht netzdienliches Laden ohne Komfortverlust – weil die Optimierung im Hintergrund läuft.
"Die Pilot-Ergebnisse zeigen: Automatisierte Lastverschiebung kann Spitzenlasten reduzieren – und damit Netze entlasten und Netzausbau effizienter machen. Für Kund:innen gilt dabei immer: Das Auto ist wie geplant mit dem gewünschten Ladestand verfügbar. Innerhalb dieses Rahmens optimiert unsere Technologie automatisch anhand von Netz- und Strommarktsignalen, damit Laden günstig und netzdienlich wird. Mit V2G geht es noch weiter: Fahrzeuge nehmen erneuerbare Energie auf, wenn viel da ist, und geben sie ab, wenn sie gebraucht wird – das ist E-Autofahren mit zero Emissionen, zero Kosten."
Valentin Kunkel, Head of Product and Fulfillment VGI,,
The Mobility House Energy
Vom Piloten zum Produkt: eyond ermöglicht Smart Charging (V1G) schon heute
Mit unserem grünen Autostromtarif eyond ermöglichen wir schon seit drei Jahren Smart Charging (V1G) für das E-Auto und das ganze Haus. Für Nutzer:innen bedeutet das einen klaren Mehrwert: bis zu 10 Cent Sparvorteil pro über die App smart geladener Kilowattstunde – durch automatisierte Optimierung der Ladezeiten und die Minimierung von Strom- und Netzentgeltkosten.
Vehicle-to-Grid (V2G) als nächster Schritt – Flexibilität aktiv bereitstellen und vermarkten
Smart Charging ist der Einstieg – Vehicle-to-Grid (V2G) erweitert den Hebel: Fahrzeuge können Energie bei Bedarf auch zurück ins System speisen. Diese Flexibilität lässt sich gebündelt als marktfähige Leistung bereitstellen und an europäischen Strommärkten nutzen. The Mobility House Energy ist dafür Technologieanbieter und Pionier – seit 15 Jahren entwickelt und betreibt das Unternehmen Aggregations- und Tradingtechnologie für flexible Assets. 2024 startete in Frankreich das weltweit erste kommerzielle V2G-Produkt mit Renault & Mobilize. In Deutschland folgen 2026 Produkt-Umsetzungen mit Mercedes-Benz und Toyota.
Treffen Sie uns auf der E-world 2026
Treffen Sie The Mobility House Energy auf der E-world energy & water 2026 in Essen (10.–12. Februar 2026 | Halle 2 | Stand 2B126). Dort zeigen wir konkrete Umsetzungswege für V1G & V2G – und wie sich Flexibilität entlang der Wertschöpfungskette monetarisieren lässt.
